Autor: Vorstand

  • Solidarität darf keine Einbahnstraße sein!

    MeerVielfalt e.V. kritisiert Doppelmoral in den Reaktionen auf den Anschlag beim Berliner CSD.

    Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin, bei dem am Samstagabend eine Frau getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt wurden, zeigt sich MeerVielfalt e.V. tief erschüttert und trauert um das Opfer und die Verletzten. Der Verein spricht den Verletzten, allen Angehörigen und der gesamten Berliner queeren Community sein Mitgefühl aus.

    „Was in Berlin passiert ist, trifft uns alle. Ein Ort, der für Sichtbarkeit, Freude und Selbstbestimmung stehen sollte, wurde zum Tatort einer tödlichen Gewalttat gegen unsere Community. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen“, erklärt Tom Lüth, Vorsitzender von MeerVielfalt e.V.

    Zwischen Betroffenheitsrhetorik und politischer Realität

    Gleichzeitig übt der Vorstand von MeerVielfalt e.V. deutliche Kritik an der Art und Weise, wie Teile der Politik auf den Anschlag reagieren. In den vergangenen Stunden haben zahlreiche Spitzenpolitiker:innen Geschlossenheit und Solidarität mit der queeren Community betont und zugleich eine konsequente Aufklärung, härtere Strafen sowie eine bessere Ausstattung der Sicherheitsbehörden gefordert.

    „Diese Reaktionen sind für uns nur schwer erträglich“, so Tom Lüth. „Es wirkt zutiefst unehrlich, wenn dieselben Politiker:innen, die jetzt öffentlichkeitswirksam Solidarität mit uns beteuern, in den letzten Monaten und Jahren tatenlos zugesehen haben, wie Förderprogramme für queere Beratungsstellen, Präventionsarbeit und Community-Projekte zusammengestrichen wurden. Wer nach einem Anschlag mehr Polizei und mehr Befugnisse fordert, aber gleichzeitig die Strukturen kaputtspart, die queere Menschen im Alltag eigentlich schützen und auffangen sollen, betreibt Symbolpolitik statt echter Solidarität.“

    MeerVielfalt e.V. weist darauf hin, dass die Unterstützungsangebote für queere Menschen in Deutschland schon vor den aktuellen Kürzungen bei Weitem nicht ausreichend waren. Insbesondere im Bereich der Beratung für Betroffene von Diskriminierung und Gewalt sowie bei therapeutischen Angeboten für queere Menschen habe es bundesweit und auch in Mecklenburg-Vorpommern viel zu wenige Plätze gegeben. Die jüngsten Kürzungen bei Demokratie-, Förder- und Gesundheitsprogrammen verschärften diese Situation zusätzlich.

    „Sicherheit für queere Menschen entsteht nicht in erster Linie durch mehr Polizei auf der Straße, sondern durch funktionierende Beratungsstrukturen, Aufklärungsarbeit, Prävention und eine Gesellschaft, in der Queerfeindlichkeit nicht erst dann ernst genommen wird, wenn Menschen sterben“, so der Vorstand. „Wer es mit der Solidarität ernst meint, muss jetzt in genau diese Strukturen investieren – statt sie weiter kaputtzusparen und stattdessen ausschließlich auf Repression zu setzen.“

    Neben der konsequenten Finanzierung von queeren Strukturen und Programmen müssen die CSDs von der Politik als Demonstrationen ernst genommen werden. Wir beobachten mit großer Sorge, dass teilweise darum gekämpft werden muss, dass sie als politische Veranstaltungen anerkannt werden. Eine Aberkennung führt dazu, dass sie nicht ausreichend geschützt werden. Die grausame Tat hat leider gezeigt, dass queere Demonstrationen wie die CSDs immer politisch sind und unbedingt geschützt werden müssen. Es ist unbedingt nötig, dass die Menschen ohne Angst an den noch kommenden CSDs in Mecklenburg-Vorpommern und in Deutschland teilnehmen können.

    Forderungen von MeerVielfalt e.V.

    Der Verein fordert von Politik auf Landes- und Bundesebene:

    • den sofortigen Stopp weiterer Kürzungen bei Förderprogrammen für queere Beratungs-, Präventions- und Community-Angebote,
    • einen bedarfsgerechten Ausbau von Beratungsstellen für Betroffene queerfeindlicher Gewalt und Diskriminierung, auch in Mecklenburg-Vorpommern,
    • eine deutliche Aufstockung therapeutischer Angebote für queere Menschen,
    • eine ehrliche politische Auseinandersetzung mit Queerfeindlichkeit, die nicht erst nach Gewalttaten stattfindet und nicht in reiner Sicherheitsrhetorik verharrt und
    • einen umfassenden Schutz für die noch kommenden queeren Demonstrationen in Mecklenburg-Vorpommern.

    MeerVielfalt e.V. setzt sich seit seiner Gründung im Mai 2026 als landesweiter Interessenverband für queere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ein und wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Solidaritätsbekundungen auf konkrete politische Taten folgen.

  • Pressemitteilung zur Gründung

    Neuer Landesverband für queere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gegründet

    MeerVielfalt e.V. geht am 10. Juli 2026 mit neuer Website und Social-Media-Präsenz an den Start

    Rostock, 10. Juli 2026 – Mit MeerVielfalt e.V. hat Mecklenburg-Vorpommern einen neuen landesweiten Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie weitere queere Menschen (LSBTIAQ). Der Verein wurde am 29. Mai 2026 im Möckelsaal des Peter-Weiss-Hauses in Rostock gegründet. Zum offiziellen Auftakt seiner Öffentlichkeitsarbeit stellt sich MeerVielfalt e.V. am 10. Juli 2026 mit einer eigenen Website und Kanal in den sozialen Medien vor.

    Mecklenburg-Vorpommern verfügt im Vergleich zu anderen Bundesländern bislang nur über wenige Beratungs- und Unterstützungsangebote für queere Menschen. Genau hier will der neue Landesverband ansetzen: MeerVielfalt e.V. baut landesweite Strukturen für Beratung, Begegnung und Vernetzung auf, verbindet bestehende Angebote und versteht sich zugleich als politische Interessenvertretung queerer Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit im Land. Zu den Zielgruppen zählen unter anderem junge und heranwachsende sowie ältere LSBTIAQ, Regenbogenfamilien und Menschen mit einer HIV-Infektion oder AIDS-Erkrankung. Alle Facetten queeren Lebens sollen berücksichtigt werden. 

    An der Spitze des Vereins steht ein ehrenamtlicher Landesvorstand: Tom Lüth (Vorsitzender), Mardina Bayjan (Stellvertretende Vorsitzende), Lucas Konnigk-Hoch (Schatzmeister) sowie Anja Kietzmann (Vorstandsmitglied).

    Start von Website und Social Media

    Ab dem 10. Juli 2026 ist MeerVielfalt e.V. mit einer eigenen Website sowie einem Instagram-Kanal online erreichbar. Dort informiert der Verein künftig über seine Arbeit, anstehende Angebote und Möglichkeiten zur Mitgliedschaft und Mitarbeit.

    Über MeerVielfalt e.V.

    MeerVielfalt e.V. ist der neu gegründete Landesverband für LSBTIAQ-Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Rostock. Der Verein setzt sich für Beratung, Begegnung und politische Interessenvertretung queerer Menschen im Land ein und arbeitet dabei mit anderen Vereinen, Verbänden und Organisationen auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene zusammen.

    Pressekontakt

    MeerVielfalt e.V.
    Leonhardstraße 20, 18057 Rostock
    Ansprechperson: Landesvorstand MeerVielfalt e.V.
    E-Mail: presse@meer-vielfalt.de
    Website: www.meer-vielfalt.de | Instagram: @meer_vielfalt

  • Gründungstreffen

    Der MeerVielfalt e.V. Vorstand. V.l.n.r: Mardina, Anja, Tom und Lucas

    Der Anfang ist gemacht: MeerVielfalt e.V. ist gegründet!

    Am 29. Mai 2026 war es so weit: Im Möckelsaal des Peter-Weiss-Hauses in Rostock kamen Interessierte zusammen, um MeerVielfalt e.V. offiziell aus der Taufe zu heben – den landesweiten Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie weitere queere Menschen (LSBTIAQ) in unserem Bundesland.

    Die Gründungsversammlung

    Die Versammlung wurde von Tom eröffnet, der die Anwesenden begrüßte und den Zweck des Treffens erläuterte. Im Anschluss beschäftigte sich die Runde mit der Frage, welche Aufgaben ein Landesverband für queere Belange in Mecklenburg-Vorpommern übernehmen kann und sollte – ein Thema, das die gesamte weitere Arbeit von MeerVielfalt e.V. prägen wird.

    Im Kern der Versammlung stand die Verabschiedung der Grundlagendokumente des Vereins: Die Vereinssatzung wurde Paragraph für Paragraph vorgestellt, diskutiert und einstimmig beschlossen. Gleiches gilt für die Vereinsordnung, die die Beitrags- und Wahlregelungen des Vereins festlegt.

    Im Rahmen der Versammlung wurden unter den Anwesenden außerdem Gründungsmitglieder in den Verein aufgenommen – der erste Schritt hin zu einer wachsenden Mitgliedschaft, die MeerVielfalt e.V. in Zukunft tragen wird.

    Ein Vorstand nimmt seine Arbeit auf

    Die Versammlung wählte den ersten Landesvorstand von MeerVielfalt e.V.:

    • Tom Lüth – Vorsitzender
    • Mardina Bayjan – Stellvertretende Vorsitzende
    • Lucas Konnigk-Hoch – Schatzmeister
    • Anja Kietzmann – Vorstandsmitglied

    Darüber hinaus wurde eine Kassenprüfung gewählt, die künftig die finanzielle Arbeit des Vereins begleitet.

    Wie es weitergeht

    Der neu gewählte Vorstand wurde von der Versammlung beauftragt, den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen und beim Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu beantragen. Sobald diese formalen Schritte abgeschlossen sind, kann MeerVielfalt e.V. seine Arbeit für queere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in vollem Umfang aufnehmen.

    Wir freuen uns riesig über diesen Meilenstein und darüber, dass so viele Menschen von Anfang an dabei sind. Der Anfang ist gemacht – jetzt geht es an den Aufbau.

    Ihr wollt Teil von MeerVielfalt e.V. werden oder mehr über unsere Arbeit erfahren? Meldet euch gerne bei uns – wir freuen uns auf euch!